SPD

Andrea Nahles

Lieber Herr XXX,
besten Dank für Ihre Mail.
Sie beziehen sich in Ihrer Kritik auf das Münsteraner Memorandum, in dem einige Wissenschaftler die Notwendigkeit des Berufes grundsätzlich in Frage stellen.
Ich kann Ihnen sagen, dass es in meiner Partei keine derartigen Pläne gibt. Gleichwohl hat der Tod von drei Patienten, der im letzten Jahr durch die Presse ging, auch uns aufgerüttelt.
Um grundsätzliche Reformen des Berufsstandes werden wir wohl nicht herumkommen, um ein System zu erhalten, das den Menschen gesund und nicht krank machen soll.

Beste Grüße Andrea Nahles

Dr. Klaus-Heinrich Dedring


Sehr geehrte Frau XXX,

 

vielen Dank für Ihre Mail und Frage zum Beruf des Heilpraktikers.

 

Die SPD erkennt an, dass komplementärmedizinische Behandlungsmethoden für viele Menschen in Deutschland wichtig und gewünscht sind. Sie sind Bestandteil der medizinischen Praxis.

Für die SPD stehen das Patienteninteresse und die Patientensicherheit im Vordergrund aller gesundheitspolitischen Überlegungen, auch in Bezug auf den Beruf des Heilpraktikers. Die Frage, ob die Tätigkeit freiberuflich oder in einem Angestelltenverhältnis ausgeübt wird, ist für die Qualität der Patientenversorgung zweitrangig. Das gilt nach unserer Auffassung im Übrigen für den Arztberuf in gleichem Maße. Wir haben in dieser Legislaturperiode die Voraussetzungen für rechtlich verbindliche Leitlinien zur Überprüfung der HeilpraktikeranwärterInnen geschaffen und damit eine Forderung der Gesundheitsministerkonferenz der Länder umgesetzt. Damit stellen wir bundesweit Einheitlichkeit der Kenntnisüberprüfungen her. Die Überarbeitung der Leitlinien wird spätestens zum Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Ob und ggf. welcher bundesgesetzgeberische Handlungsbedarf im Berufszulassungsrecht darüber hinaus besteht, muss weitergehend diskutiert werden.

Dies gilt auch für Fragen der Therapiefreiheit und des Behandlungsverbots bestimmter Erkrankungen.

Bei der Frage der Therapiefreiheit muss sorgfältig abgewogen werden zwischen den Interessen der Patientinnen und Patienten nach einer qualitativ hochwertigen und vor allen Dingen sicheren Versorgung und den Interessen des Berufsstandes nach freien Therapieentscheidungen. Wir müssen dabei alle Fälle im Blick haben, bei denen Patientinnen und Patienten unnötigerweise zu Schaden gekommen sind und daraus die erforderlichen Konsequenzen ziehen.

 

Mit freundlichen Grüßen, Dedring