Grüne

Achim Wolters

Sehr geehrte Frau XXX,

vielen Dank für Ihre Mail.

Für die Sorge gibt jedenfalls unsere Position keinen Anlass. Den Heilpraktikerberuf als freien Beruf auf Grundlage des Heilpraktikergesetzes wollen wir unbedingt erhalten. Die von den Heilpraktikerinnen und Heilpraktikern geleistete Verbindung von schulmedizinischen, naturheilkundlichen und ganzheitlichen Verfahren ist ein wichtiges Element des deutschen Gesundheitswesens.

Die Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker dürfen bei der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte nicht länger übergangen werden. Wir wollen, dass auch sie den elektronischen Heilberufsausweis erhalten.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen deutlich machen, wo wir GRÜNE in dieser Frage stehen.

Ihnen alles Gute und noch einen schönen Tag!

Mit besten Grüßen

Achim Wolters

Sascha Müller

Sehr geehrte Frau XXX, 
 
ich kann Sie, was unsere Partei betrifft, voll und ganz beruhigen. Unsere Position zu dem Thema lautet: 
 
Die von den Heilpraktikerinnen und Heilpraktikern geleistete Verbindung von schulmedizinischen und komplementärmedizinischen Verfahren ist ein charakteristisches Element des deutschen Gesundheitswesens. Leistungen von Heilpraktikerinnen und Heilpraktikern werden von vielen Menschen in unserem Land nachgefragt. Den Heilpraktikerberuf als freien Beruf auf Grundlage des Heilpraktikergesetzes wollen wir sichern und erhalten.
 
(Quelle: Antwort auf die Wahlprüfsteine des Fachverband Deutscher Heilpraktiker)
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Sascha Müller
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 
Bundestagskandidat Nürnberg-Süd/Schwabach

Barbara Lozar


Sehr geehrte Frau xxx,

 

ich möchte mich hiermit im Namen von Kordula Schulz-Asche für Ihre E-Mail bedanken und bitte um Verständnis, dass ich hiermit stellvertretend für sie antworte, da die Abgeordnete in den nächsten Wochen noch zahlreiche terminliche Verpflichtungen in Hessen hat. Ich hoffe sehr, dass ich Ihnen hiermit die Position von Bündnis 90/Die Grünen verdeutlichen kann.

 

Die Komplementärmedizin kann aus Sicht von Bündnis 90/Die Grünen sowie von vielen Patientinnen und Patienten eine wichtige Ergänzung zur wissenschaftlich belegten Medizin sein. Wir halten es für falsch, die Heilpraktikerschaft generell als Scharlatane darzustellen. Denn auch durch komplementärmedizinische Angebote können Menschen bei Beschwerden und Leiden Hilfe und Unterstützung finden. Verantwortungsvolle Heilpraktiker*innen klären ihre Patientinnen und Patienten darüber auf, welche Folgen und Grenzen die jeweilige Behandlung hat oder haben kann.

 

Viele Patientinnen und Patienten in Deutschland nutzen aus unterschiedlichsten Gründen die zahlreichen Angebote von Heilpraktikerinnen und Heilpraktikern. Die naturheilkundlichen Heilmethoden stellen damit für uns, wie schon eingangs erwähnt, eine gute Ergänzung zur wissenschaftlich belegten Schulmedizin dar. Dabei ist es für uns selbstverständlich, im Sinne des Patientenschutzes gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine Gefährdung für Patientinnen und Patienten, so gut es geht, ausschließt. Vor diesem Hintergrund sprechen wir uns für eine Weiterentwicklung des bestehenden Heilpraktikerrechts mit dem Ziel aus, die Anforderungen an die Tätigkeiten der Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker bundesweit zu überprüfen und zu vereinheitlichen. Darüber hinaus halten wir es für richtig, bestimmte bei anderen Gesundheitsberufen übliche Anforderungen auch auf die Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker zu übertragen. Dazu gehören etwa Dokumentationspflichten, die Pflicht zur regelmäßigen Weiterbildung, zur Qualitätssicherung sowie zum Abschluss einer Berufshaftpflicht.

 

Kritisch sehen wir unter anderem jene Vorschläge, die insbesondere darauf abzielen, die vielfältigen Heilmethoden der Heilpraktikerschaft nur ausgebildeten Ärzten zu erlauben. Auch ein alternativ gefordertes Verbot von Heilpraktikerinnen und Heilpraktikern lehnen wir ab. Ziel muss es vielmehr sein, Patient*innen, unter Ausschluss einer Gesundheitsgefährdung, die von ihnen gewollten alternativen Behandlungsmethoden zu ermöglichen. Im Sinne des Patientenschutzes ist es daher vernünftig zu schauen, inwieweit das Heilpraktikergesetz dahingehend reformiert werden kann, die möglichen Tätigkeitsfelder gegebenenfalls stärker zu regulieren (z.B. bei hochinvasiven Eingriffen), sowie Dokumentationspflichten, auch zur besseren Qualitätssicherung, anzupassen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

Barbara Lozar

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Kordula Schulz-Asche MdB

Bündnis 90 / Die Grünen

Sprecherin für Prävention und Gesundheitswirtschaft

Sprecherin für Bürgerschaftliches Engagement